HEITEC Vorstandsvorsitzender Richard Heindl sieht riesiges Potential in Russland

26.07.2016

Mit einer Wirtschaftsdelegation unter der Leitung des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Franz Josef Pschierer besuchte der HEITEC-Vorstandsvorsitzende Richard Heindl die Städte Jekaterinburg und Tjumen in der Russischen Föderation.

Ziel der Reise war es, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen in den Bereichen Automatisierungstechnik, Energieffizienz in der Industrie, Bergbau, Metallverarbeitung, Öl und Gas, Chemie / Petrochemie, Nahrungsmittelherstellung und Holzindustrie durch Gespräche mit Regierungs- und Wirtschaftsvertretern zu intensivieren. Dabei wurden mögliche Projekte und Kooperationsfelder ausgelotet. Unter anderem fanden Roundtable-Gespräche mit der russischen Wirtschaft sowie Erfahrungsaustausch mit bereits in den Regionen tätigen deutschen Unternehmen und Betriebsbesuche statt.

Bei den zahlreichen persönlichen Gesprächen, Konferenzen und Betriebsbesichtigungen war Richard Heindl sehr beeindruckt von dem riesigen Potential für die deutsche Wirtschaft: "Es besteht ein großer Nachholbedarf. Ein Hemmschuh sind leider die EU-Sanktionen gegen Russland, die bald möglichst aufgehoben werden müssen." Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) befindet sich die russische Wirtschaft langsam auf dem Weg der Besserung. Für 2017 rechnen die Experten sogar wieder mit einem Wachstum von rund einem Prozent.

Den ausgewählten Regionen im Ural ist gemeinsam, dass sie über hohe Rohstoffvorkommen verfügen und große Industriegebiete aufweisen, in denen hoher Investitionsbedarf für die Modernisierung der veralteten Anlagen besteht. Ein hoher Anteil der Maschinen und Anlagen wird importiert. Die Region Swerdlowsk mit der Hauptstadt Jekaterinburg gilt als "Ruhrgebiet Russlands" und ist eine der größten Industrieregionen des Landes. Besonders bedeutend sind Metallindustrie mit Verhüttung und Verarbeitung, chemische Industrie sowie Lebensmittelproduktion und -verarbeitung, daneben auch die Holzindustrie. Für die deutsche Wirtschaft gehört diese Region seit vielen Jahren zu den attraktivsten Standorten in Russland. Jekaterinburg spielt zudem als wissenschaftliches Zentrum im Ural und als wichtiger Verkehrsknotenpunkt eine Rolle.

Die Region Tjumen ist das Zentrum der russischen Öl- und Gasindustrie einschließlich Zulieferern sowie Petrochemie und chemischer Industrie. Stark vertreten sind auch Metallverarbeitung, Maschinenbau und Holzindustrie. Zwar hat sich die Konjunkturlage in Russland angesichts der Wirtschafts- und Währungskrise und des niedrigen Ölpreises in den vergangenen Jahren deutlich eingetrübt. Gleichwohl bietet das Land für die bayerische Wirtschaft langfristig gute Chancen, insbesondere bei modernen Technologien, für die hoher Importbedarf besteht. Mit einem Handelsvolumen von mehr als 10 Mrd. Euro 2014 bzw. 6,2 Mrd. Euro von Januar bis September 2015 ist Russland der wichtigste Handelspartner Bayerns in der GUS. Im weltweiten Ranking der bayerischen Handelspartner kommt das Land auf Rang 14. Außerhalb der EU ist Russland derzeit das sechstwichtigste Exportland für Bayern.

 

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