„Wir leben von Innovationen“ – HEITEC Vorstand Ekkehard Reuß im Interview

01.09.2021

HEITEC Vorstand Ekkehard Reuß

Vorstand Ekkehard Reuß im Interview über Strukturen von mittelständischen Unternehmen, die Entscheidungsprozesse vereinfachen, Erfolgsfaktoren für Innovationen und über den Ort, wo er die besten Einfälle hat.

Das vielleicht wichtigste Gut in Forschung und Wirtschaft sind Innovationen: Nicht nur in den Forschungslaboren, im Home Office oder in den Büros der Fachabteilungen wird getüfelt, diskutiert und Ideen gesammelt - Innovationen sind auch Chefsache. In unserer neuen Reihe diskutieren wir mit Vorstandsmitgliedern, GeschäftsführerInnen und PräsidentInnen über Innovation.

Sind „Innovationen“ auch nur noch ein Business-Buzzwords im Unternehmen?

ER: Nein keinesfalls, ganz im Gegenteil, wir leben von Innovationen und gestalten die Zukunft. Nicht nur die großen Player, auch der Mittelstand muss innovativ sein, um sich zu differenzieren.

Wenn Sie einem Kind erklären würden, was Innovationen sind. Was würden Sie sagen?

ER: Ich würde ihm sagen, „Innovation ist seine Ideen zu gestalten“ und dann auffordern frei zu denken und seine Innovation/Idee mit Lego umzusetzen.

Gibt es eine Innovation – Produkte oder aber auch Strategien oder Methoden in Ihrem Unternehmen – die für Sie eine ganz besondere Bedeutung hat?

ER: Ja da gibt es einiges, ich würde mal von klassischen Produktinnovationen ablenken und es gerne auf Lösungsfindung beziehen. Wir gehen gemeinsam mit unseren Kunden methodisch in Ideation Workshops, um gemeinsam aus Ideen und Ansätzen die beste Lösung für den Kunden in der Digitalisierung zu finden und zu realisieren. Hierbei ist der Kunde gemeinsam mit uns ein Innovationstreiber und generiert aus dieser Innovation einen Mehrwert für sich. Das sind Innovationen, die sich quasi täglich wiederholen und in diesem Business eine besondere Bedeutung für uns haben.

Können Sie den Weg zu dieser Innovation und die Entwicklung der Idee beschreiben?

ER: Im Wesentlichen haben wir uns bestehender Methoden bedient (z.B. Google Sprint Methode) und diese für unsere Zwecke erweitert und auf das Thema strukturiert. Die Idee war am Anfang agil und open minded, aber doch strukturiert und quasi einer „Norm“ folgend, unsere Kunden auf die Reise in die Digitalisierung zu begleiten.

Sind es innovative Technologien und Produkte allein, die zum Erfolg von Unternehmen führen?

ER: Nein, Innovationen sind erstmal Ideen. Diese können sowohl auf Technologien bezogen sein, aber auch auf Prozesse, Methoden etc.. Denken wir dabei z.B. an agiles Entwickeln, hier ist die Innovation und der Mehrwert durch Qualität, Sicherheit und Flexibilität gegenüber dem V-Modell (ursprüngliches Vorgehensmodell in der Software-Entwicklung) in einer Methode begründet.

Bei Heitec steht der Kunde im Mittelpunkt. Stehen Kunden auch bei der Ideenfindung für neue Produkte und Lösungen im Fokus?

ER: Na klar, wir stellen den Kunden und seine Problematik, oder auch seine Vision, in den Mittelpunkt und interagieren ganz eng mit ihm bis wir das Beste aus allen Ideen, Optionen und der optimalen technischen Realisierung abbilden können. Dabei entstehen auch Innovationen, die durch eine Übertragung auf andere Projekte zu Synergien führen. Innovation treibt somit nicht nur technischen Fortschritt, sondern auch die Wirtschaftlichkeit.

Wie bewerten Sie bei Heitec, ob eine Idee „das Zeug“ zur erfolgreichen Innovation am Markt hat?

ER: Wir bewerten dies auf verschiedene Weisen. Zum einen holen wir uns ein Markt-Feedback, zum anderen haben wir im Unternehmen eigens eine HEITEC Innovations GmbH, die sich intensiv mit diesen Themen bis hin zu Patentanmeldungen beschäftigt. Gesteuert wird dieser Prozess über ein regelmäßig tagendes Technologie Board in dem alle wichtigen Stakeholder vertreten sind.

Die Idee ist nun da. Sie ist positiv bewertet – jetzt geht es an die Umsetzung: Ist es von der Idee zur Innovation ein langer Weg?

ER: Das ist natürlich abhängig von der Komplexität der Innovation. Aber im Wesentlichen gehen wir hier sehr pragmatisch und damit auch schnell vor. Durch unsere Mittelstandsstrukturen sind die Entscheidungsprozesse flach gestaltet. Wenn es um Entwicklungen geht, dann werden Innovationen oft iterativ getrieben und immer wieder am Markt gespiegelt. Das gibt durch den agilen Ansatz Sicherheit und Schnelligkeit, um von der Idee bis zur innovativen Lösung zu kommen.

...was sind typische Stolpersteine bei der Entwicklung von Ideen zum innovativen Produkt?

ER: Für mich sind typische Stolpersteine immer die alten Denkweisen gewesen, von denen man sich nicht getrennt hat. Das Mindset und die Offenheit gegenüber Neuem ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Apropos: Haben Sie schon Stolpersteine erlebt, die rückblickend die Entwicklung einer Innovation sogar geschärft und verbessert hat?

ER: Zumindest haben wir Stolpersteine auch als Chancen erkannt und diese sukzessiv eliminiert, um daraus optimiert Innovationen treiben zu können. Wie auch schon vorher gesagt, ist es häufig ein Mindset-Thema, auch hier sind wir darauf bedacht die richtigen Denker/innen im Prozess zu haben.

Zu guter Letzt: Wo und wann haben Sie eigentlich die besten Einfälle?

ER: Meistens an der frischen Luft, wenn ich gar nicht im Alltag gedanklich festsitze, aber auch in lockeren Diskussionen beim Kaffee mit meinen KollegInnen und MitarbeiterInnen.

 

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