News / 15.05.2018

HEITEC unterstützt Nachbau eines fast 2000 Jahre alten römischen Patrouillenbootes

Ein ganzes Jahr lang werkelten Studenten, Schüler, freiwillige Helfer und zwei erfahrene Schiffbauer am aufwendigen Nachbau eines fast 2000 Jahre alten römischen Patrouillenbootes. Jetzt stach das Militärschiff "Fridericiana Alexandrina (Navis)" zu seiner Jungfernfahrt in See, respektive in die Fluten des Rhein-Main-Donau-Kanals. Das Schiff ist das Prestigeprojekt, mit dem die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in diesem Jahr ihr 275-jähriges Bestehen feiert.

Unterstützt wurde das etwa 100.000 Euro teure Vorhaben auch von HEITEC. Vorstandsvorsitzender Richard Heindl unterstrich bei der Bootstaufe: "Gerade für uns als Technologieunternehmen ist die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung elementar wichtig, auch für die Zukunft. An kompetenten Uni-Absolventen haben wir großes Interesse. Da wir im österreichischen Ardagger-Stift  eine Niederlassung haben, wollen wir mit dem Römerboot ein Teilstück auf der Donau rudern. Das wird sicher eine tolle Sache."

Der HEITEC-Generalbevollmächtigte Johannes Feldmayer betonte: "Wir pflegen seit vielen Jahren eine intensive Zusammenarbeit mit der Uni. Wir sind ihr eng verbunden, auch über den Universitätsbund. Wir sind froh, dass Erlangen eine Elite-Uni hat und diese unterstützen wir gerne. Dieses Projekt ist, wenn man mal 2000 Jahre zurückgeht, ja Innovation, was die Römer so an den Tag gelegt haben. Und unser Unternehmen ist auch innovationsgetrieben. Das passt für HEITEC optimal. So ergibt sich für uns die Möglichkeit zu zeigen, dass wir innovative Gedanken fördern."

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg um den Althistoriker Prof. Dr. Boris Dreyer erhoffen sich von dem fast komplett aus Holz bestehenden Boot neue Erkenntnisse über den antiken Schiffsbau und die Einsatzmöglichkeiten innerhalb der römischen Flotte. Die historische Vorlage für das Boot stammt aus Oberstimm, einem Ortsteil von Manching bei Ingolstadt. Im Jahr 1986 hatten dort Archäologen in der Nähe eines römischen Kastells zwei gut erhaltene Militärschiffe aus der Zeit um 100 nach Christus entdeckt. Die Patrouillen- und Geleitzugboote fuhren in den mittelfränkischen Gewässern und entlang der Donau zur Grenzkontrolle und Vorfeldverteidigung.

Nun soll die Kopie eines römischen Bootes zuerst im Main-Donau-Kanal unter realen Bedingungen weiter getestet werden. Im Anschluss geht die "Fridericiana Alexandrina (Navis)" auf große Reise, über die Donau bis zum Schwarzen Meer. Dort soll sie Ende August ankommen. Begleitet wird die Reise von mehreren Wissenschaftlern, die das Römerboot genauer untersuchen wollen. Dafür werden Experten auch aus den USA eingeflogen.